Explosion des Shutte “Challenger am 28.01.1986

Die Challenger-Katastrophe, die sich am 28. Januar zum 17. Mal jährt. Die Ursache für die Explosion des Shuttles war für Floridas Verhältnisse ungewöhnliche starke Kälte von 8°F (-13.3°C). Diese Kälte hatte zur Folge, dass die Dichtungsringe der beiden seitlichen Booster, die sogenannten O-Ringe, spröde und träge wurden.

Bei den in Florida üblichen wärmeren Temperaturen sind die O-Ringe elastisch und passen sich bei Druck und Hitze sofort der Umgebung an. Die Kälte ließ die Reaktionszeit zwischen Ereignis und Wirkung aber um wenn auch nur Bruchteile einer Sekunde anschwellen - mit fatalen Folgen.

Als die beiden seitlichen Booster gezündet wurden, setzte starker Druck und Hitze von 2760°C ein. Die O-Ringe konnten dem Druck und der Hitze nicht sofort entgegen wirken (durch Ausdehnung), so daß für einen kurzem Moment neun kleine Rauchwolken aus der linken Feststoffrakete austraten. Damit war eine Reaktion in Gang gesetzt worden, die nicht mehr zu stoppen war. Zwar konnte der entsprechende O-Ringe dann die winzig-kleine Lücke wieder schließen, hatte aber Schaden genommen. Der ungeheure Druck im inneren des Boosters und die starken Belastungen während der Startphase zerfrassen das Material immer mehr.

Aus einer kleinen kaum wahrnehmbaren Rauchfahne entwickelte sich eine deutlich sichtbare und sehr heiße Stichflamme, die seitlich aus dem Booster direkt auf den orang-rot Treibstofftank ziehlte. 73 Sekunden nach dem Start explodierte dieser Tank und sprengte das Shuttle in zehntausende Einzelteile. Die beiden seitlichen Booster hatten das Inferno überlebt, rasten noch einige Sekunden in wirren Bahnen durch die Luft, bevor sie vom Bodenpersonal gesprengt wurden.

Das wirklich fatale an dieser Katastrophe aber ist, dass das NASA-Management aus Prestige-Gründen nicht auf den Start des Shuttle verzichten wollte. Techniker hatten schon mehrfach davor gewarnt, dass es bei diesen kalten Temperaturen zu Problem mit den O-Ringen kommen kann, dass NASA-Management hatte aber andere Berichte vorliegen, nach denen tiefe Temperaturen keine schädlichen Auswirkungen hätten - dummerweise bezog sich dieses Blatt nur auf die Lagerung der O-Ringe.

Da die erste Zivilistin mit der Challenger ins All gehen sollte und von dort oben ein paar Schulstunden "praktische Physik" unterrichten sollte, wurde der Start Aufmerksam von Presse, Otto-Normal-Bürger und tausenden Lehrern und Schülern verfolgt. Auch hatte der Präsident für den Abend eine "Ansprache an die Nation" geplant und das NASA-Management wollte unbedingt, dass der damalige Präsident Ronald Reagan die NASA und deren Programm wohlwollend erwähnent, was bei einer Startverschiebung kaum passiert wäre. Also wurde der Start durchgeboxt - mit den bekannten Folgen.

© Sven Lücke

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